Dr. Doris Blutner

Projekt

Entscheidungsträgerschaft im Wandel: Mensch und Technik in der Logistik

Kurzfassung

Zum normalen Alltag von Unternehmen gehört es, dass strategische Entscheidungen getroffen und entsprechende Reorganisationsmaßnahmen angeschlossen werden, um neue Marktpositionen zu erobern oder wahrgenommene Schwächen unternehmerischen Wirkens abzubauen. Für Unternehmen, die in logistische Prozesse eingebunden sind, gilt dies in besonderer Weise. Ihre Innovationsbemühungen richten sich nicht nur darauf, unternehmensbezogene Kooperations- und Marktbezüge so zu gestalten, so dass Abwanderungen von Kunden zu anderen Anbietern mit vergleichbaren Leistungen verhindert werden. Darüber hinaus gilt es, die Leistungsfähigkeit der gesamten Logistikkette zu steigern. Unversehens wird in diesen Prozessen die Logistikkette zur Innovationsstätte.

Die Einführung (Implementation) neuer Technologien gehört zu jenen strategischen Entscheidungen, die sich auf die Erhöhung der Effizienz, Stabilität und Flexibilität des gesamten logistischen Systems richten. Gleichzeitig zielen solche technikgetriebenen Innovationsprozesse auf die Ersetzung bestimmter menschlicher Tätigkeiten durch teilautomatisierte bzw. automatisierte Verfahren, die ihrerseits in Neuordnungen von Mensch-Technik-Schnittstellen münden. Wird im Zuge dieser technikorientierten Implementationsprozesse der en passant entstehende Bedarf an sozialer Handlungskompetenz und -koordination unterschätzt, droht der gegenteilige Effekt: Verlust an Effektivität, Stabilität und Sicherheit.

Voraussetzungen für eine effektive Steuerung von logistischen und organisationalen Prozessen unter besonderer Berücksichtigung der Gestaltung von Mensch-Technik-Schnittstellen zu bestimmen, stellt das Erkenntnisziel dieses Projekts dar.

Keynotes

Mensch-Technik-Schnittstelle, Entscheidungsträgerschaft, Entscheidungsunterstützungs- und Assistenzsysteme, Implementation, Systemstabilität

Zeitraum

November 2006 bis Juni 2008

Fallstudien/ Ergebnisse

1. Einführung eines Lagerverwaltungs- und Steuerungssystems. Forschungs- und Beratungsprojekt in einem mittelständischen Familienunternehmen)

2. Containisierung als Beispiel HUB-übergreifende Produktionsprozesse, Luftfrachlogistik, geplant April 2007

Methoden

Konzeption, Durchführung und Auswertung von leitfadengestützten qualitativen Interviews sowie eines standardisierten Fragebogens zur Mensch-Technik-Schnittstelle

Ergebnisse

Mensch-Maschine-Schnittstellen unter Bewährungsdruck (Publikation, gemeinsam mit Herbert M. Neuhaus)

Theorie

1. Akteurshandeln im diskretionären Entscheidungsraum zwischen ergebnisorientierter Zweckverfolgung, prozessorientierter Erwartungskonformität und identitätsbezogener Expressivität,

2. Prozesse des Organisierens als kollektive Koordinationsleistung,

3. handlungs- und techniksoziologische Ansätze zum Wandel von Entscheidungsträgerschaft zwischen Mensch und Technik.