Dr. Doris Blutner

Grundlagen der Organisation

Erfolgreiche soziale Arbeit setzt organisationales und gemeinschaftliches Handeln voraus. Organisationales Handeln betrifft zum einen eine Vielzahl von Entscheidungen und Maßnahmen, die durch politische und kommunale Akteure bzw. Verbände und Vereine getroffen werden. Idealtypisch sind diese Entscheidungen darauf gerichtet, Menschen vor dem Absinken in unwürdige Lebensumstände zu bewahren oder bereits in Not geratende Menschen jene Unterstützung zu geben, die sie dazu befähigt, ihr Leben so eigenverantwortlich wie möglich zu gestalten. Zum anderen gibt es Organisationen, die diesen Menschen Hilfe und Unterstützung geben und daran mitwirken, dass die Entscheidungen und Maßnahmen umgesetzt werden (z.B. Jugendhilfe, Gesundheitsamt, Krankenhäuser, Gerichte, Träger freier Jugendhilfe etc.). Nicht selten erbringen dabei ehrenamtlich tätige Mitarbeiter große Beiträge.

Alle genannten Organisationen sind darauf gerichtet, bestimmte Wirkungen außerhalb ihrer Organisation, also in ihrer Umwelt, zu erzielen. In dem Sinne stellen sie organisierte soziale Systeme dar, die konkrete Zwecke verfolgen, zu deren Erfüllung sie Entscheidungen treffen und Mitglieder rekrutieren. Wie Organisationen 1. ihre Umwelten definieren, 2. Entscheidungen treffen, 3. eine effiziente Zielverfolgung sicherstellen sowie 4. ihre Mitglieder gewinnen, verweist auf unterschiedliche Entstehungsbedingungen von Organisationen und lässt sich daher nicht generell bestimmen. Die Diskussion dieser vier Grundprobleme des organisationalen Handelns ist zentraler Gegenstand des Vorlesungsseminars.

Um einen in Not geratenen Menschen zu helfen, ist die Zusammenarbeit einzelner zweckbezogenen Organisationen unabdingbar. Dennoch zeigt sich, dass selbst die beste Zusammenarbeit zum Scheitern führen kann, wenn die Not eines Menschen nicht rechtzeitig entdeckt wird. Dazu braucht es bis heute die Gemeinschaft – in Gestalt von Familie, Freundschaft und Nachbarschaft. Die Diskussion darüber, warum sich gemeinschaftliches Handeln durch organisierte Formen abgelöst wird, aber auch wohlgemeinte Politikkonzepte (z.B. Sozialraumorientierung) diesen gemeinschaftlichen Koordinationsbedarf nicht vollständig stillen kann, beschließt das Seminar.

Methoden

Gruppenarbeit, Planspiel, Dozentenvortrag, Literaturstudium (Literaturliste)

FH Dortmund, Modul 8.3.2

NEU: Scheinerwerb durch Schreiben einer Klausur. Die Regeln dazu lauten: Es findet eine vierstündige Klausur statt. Diese besteht aus drei Prüfungsteilen von denen zwei gewählt werden müssen. Die Prüfungsteile sind die Submodule Sozialpolitik (Berger), Sozialmanagement (Kowol, Eberitzsch, Sylvester) und Organisationstheorie (Haensel, Blutner, Kotthaus). Die Veranstaltungen 08.1.2 und 08.1.3 müssen entsprechend in 08.2.3 und 08.2.4 umbenannt werden. Die Lehrenden müssen ihre Prüfungsaufgaben mindestens 14 Tage vor Beginn der Püfungszeit am 30.6. bei Herrn Berger einreichen. Die Studierenden wählen daraus in der Klausur zwei Aufgaben ihrer Wahl aus unterschiedlichen Submodulen.

Besonderheiten zur Gestaltung des Vorlesungsseminars:

Vorlesungsseminar mit Blockanteil: Zeit- und Seminarplan, Themenvergabe zur Vorbereitung des Planspiels. Das Planspiel findet für alle am 13.6.2008 statt.

Vorlesungsseminar als Blockveranstaltung: Zeit- und Seminarplan, Themenvergabe für die Vorbereitung des Planspiels 

Literatur für das Planspiel: Abschlussbericht Kindeswohl

Die zusammenfassenden Folien des Vorlesungsseminars finden Sie hier: